1601 Am 18.September löst ein Erdbeben der Stärke 6.2 massive Erdrutsche im Weggiser Becken aus und verursacht eine 4 Meter hohe Flutwelle, die über den See läuft und zu grossen Schäden führt.
So wurden im Küssnachter Becken Schiffe aus dem See gehoben und 50 Schritt vom Gestade und zwei Hellebarden hoch an Land gespült.
1603 Renwart Cysat über Drachen und Namen:
Anno 1603 hat mir ein wahrhaffter alter mann, so unde an diesem Berg wonet und den Sommer gar vill zeits tag und nacht von der alpung wegen uff dem berg blybt, erzelt wie das er uf ein zeit nach mutmassung ungefahr umb das jahr 1564 an einem abent sommerzits zu angehender nacht bei heiterem himmel gsechen einen fürigen Tracken uss Pilati Berg in die Rige schiessen, hab einen grossen glantz und heitere gemacht, auch gross fürige flocken und flammen von ihme fallen lassen.
Ist dieser Berg ein lustiger schöner und glychsam also zuo reden ein zamer Berg. Obsi glichwol von dem See har etwas ruch und wild sind anzusechen. So man aber hinuff wandlet findt man inne nit sogar wild, ouch zu wandlen nit ungfüg, ouch allenthalben merenteils bedeckt mit guten Weiden und Allpen. Deswegen von den Alten und Historicis Regina Montium, das ist ein Königin der Bergen genannt worden, alls ich es in ettlichen Schriften gesehen.
Von dieses Bergsnamen sind zweyerlei Meinungen und doch beid passierlich. Die einen heissen zuo Latin "Regina Montium", und nit unbillich der Gelegenheit halber der benachpurten Bergen, die anderen Rigam, wie ouch die Landtlüt inne Rigi namsend, dann an der vordren siten gegen dem Seew ist er gestryffet oder gefalltet und mit vilen Strichen und Banden der Felsen uff einandern glychsam alles gebunden und understrichen, wölcher Nam von dem Latinischen oder Italienischen harkompt von der Glychheit wegen. Denn in selbiger Sprach heisst Riga ein Linier oder Lini."
  Die Drachenzeichnung wurde von seinem Enkel Leopold, Vogt zu Weggis, erstellt.
Ganz ernst darf man den Stadtschreiber Cysat aber nicht nehmen.
So erzählt er von Helm und Waffen des Ulrich Zwingli,
die von den Luzernern in der Schlacht bei Kappel erbeutet wurden,
und noch heute im Landesmuseum zu sehen sind.

Eine schöne Legende, die aber leider nicht auf Tatsachen beruht,
wie so vieles aus dieser Zeit.
Landkarte Renwart Cysat
1613 Von Renwart Cysat und Heinrich Wägmann stanmt diese Karte des Vierwaldstättersees
Münze Leodegar
1688 Johann Balthasar Sebastian Zay stiftet eine
Kapelle im Gebiet Klösterli mit dem Gnadenbild
"Maria zum Schnee" um den Sennen auf den Alpen
den Gottesdienst zu ermöglichen.
Rigi Balchenberg
schon im 17.Jahrhundert war bekannt, wo man die besten Balchen fängt; das gilt auch heute noch.
Leopold
Rigi Kloesterli
1770 Ursprünglich übernahmen Kapuziner die Gottesdienste von Arth aus,
später wurde für sie neben der Kapelle ein Wohnhaus gebaut, das Klösterli.
1775 Auf seiner ersten Schweizerreise wandert Johann Wolfgang von Weimar über Klösterli und Kaltbad nach Kulm:
Wir bestiegen den Rigi, um halb achte standen wir bei der Mutter Gottes im Schnee; sodann an der Kapelle, am Kloster vorbei, im Wirtshaus "Zum Ochsen". Um 12 Uhr nach dem Kalten Bad oder zum Drei-Schwestern-Brunnen. Ein Viertel nach zwei hatten wir die Höhe erstiegen; wir fanden uns in Wolken, diesmal uns doppelt unangenehm, als die Aussicht hindernd und als niedergehender Nebel netzend. Aber als sie hie und da auseinander rissen und uns, von wallenden Rahmen umgeben, eine klare, herrliche, sonnenbeschienene Welt als vortretende und wechselnde Bilder sehen liessen, bedauerten wir nicht mehr diese Zufälligkeiten;
denn es war ein nie gesehner, nie wieder zu schauender Anblick, und wir verharrten lange in dieser gewissermaßen unbequemen Lage, um durch die Ritzen und Klüfte der immer bewegten Wolkenballen einen kleinen Zipfel besonnter Erde, einen schmalen Uferzug und ein Endchen See zu gewinnen. Um 8 Uhr abends waren wir wieder vor der Wirtshaustüre zurück und stellten uns an gebackenen Fischen und Eiern und genugsamem Wein wieder her.

Goethe war es auch, der seinem Freund Friedrich von der Tellsage und der zugehörigen Landschaft berichtete.
So konnte Schiller, der nie in der Schweiz war, das Drama "Wilhelm Tell" schreiben und 1801 erstmals in Weimar aufführen lassen.
Schon Tacitus beschrieb ausführlich das Leben der Germanier, ohne sie je gesehen zu haben.
Weggis
1790 Weggis
Angster
Rappen
Weggis Tannenberg
Weggis Tannenberg
1795 Ein Rutsch vom Tannenberg in das Weggiser Oberdorf zerstört 28 Häuser innerhalb von drei Tagen.
Die zeitgenössische Darstellung rechts zeigt den gesamten Schuttstrom in brauner Farbe
1797 Auf seiner zweiten Schweizerreise kommt J.W.Goethe auch an Weggis vorbei:

"In der Entfernung vom See sahen wir Weggis, einen Ort, der durch einen
langsam vorschiebenden Kiesboden, nicht etwa durch einen Felsensturz,
vor kurzer Zeit von der Stelle geschoben wurde.

Das Schieben des Erdreichs, wobei alles zu Grunde ging, was sich
auf der Oberfläche befand, dauerte 14 Tage, so dass die Leute ihre
Häuser abtragen und das Holz wegschaffen konnten.

Ein Haus wurde dergestallt herumgedreht, dass es jetzt nach einer
andern Seite hinsieht. Man fängt wieder an zu bauen."
Münze Luzern
1811
Carl Maria von Weber besteigt die Rigi

Ich erstieg den Kulm und kam höchst erhitzt oben an wo eine ziemliche Kälte herrschte. Um 1/2 6 Uhr erschien die Sonne in ihrem Glanze, nachdem sie vorher die
Spitzen der Gletscher vergoldet hatte und reichlich war ich für meine Mühe belohnt. Beschreiben muss man so etwas nicht. Von da gingen wir den Weg über Wäggis herab, tranken bei der Capelle zur "Junfer im Schnee" aus der wunderthätigen Quelle, sahen das Bad, das wie ein Sarg aussieht und langten um 11 Uhr in Wäggis an.
Panorama Keller
1815 Ausschnitt aus einem Rigi-Panorama von Heinrich Keller
Rigi Kaltbad
1815 Rigi Kaltbad
Batzen
Rigi Kulmhaus
1816 Eröffnung des Kulmhauses am 6.August.
Erste Gäste waren der Erbauer Joseph Martin Bürgi aus Arth und seine Arbeiter
Rigi Kulmhaus
aber auch gut betuchte Reisende waren sehr willkommen
Rigiweg
Rigi Heiligkreuz
1820 Neubau des Rigiweges von Weggis nach Kaltbad und Rastplatz an der Heiligkreuzkapelle.
Ein von der Gemeinde gewählter Sigrist übernahm den Ausschank, der vor allem aus Bier und
Kirschwasser mit Zucker bestand
Rigi Staffel
1825 Rigi Staffel
Rigi Känzeli
1830 Rigi Känzeli
Rigi Kaltbad
1830 Rigi Kaltbad
Rigi Klösterli
Rigi Klösterli, links die männliche und rechts die weibliche Variante
Rigi Klösterli
1831 Felix Mendelssohn-Bartholdy schreibt am 30.August:
Ich bin auf dem Rigi. Weiter braucht ich nichts zu sagen, Ihr wisst das übrige, denn Ihr kennt den Berg. Wenn nur nicht alles so unbegreiflich schön wäre. Wenn man so aus den Bergen kommt und dann noch den Rigi sieht, das ist, als käme am Ende der Oper die Ouvertüre und andere Stücke wieder. Der abnehmende Mond, das lustige Alphorn, die lange dauernde Morgenröte,
die sich erst um die kalten, schattigen Schneeberge legte, die weissen Wölkchen über dem Zugersee, die Klarheit und Schärfe der Zacken, die sich in allen Richtungen gegeneinander neigen, das Licht, das sich nach und nach auf allen Höhen zeigte, die trippelnden, frierenden Leute in ihren Bettdecken, die Mönche aus Maria zum Schnee – nichts hat gefehlt. Ich konnte mich nicht von dem Anblick trennen und blieb noch sechs Stunden fortwährend auf der Spitze und sah den Bergen zu.
1832 erklärt die Urner Regierung, sie habe "hinsichtlich der Errichtung eines Dampschiffes auf dem Vierwaldstättersee sorgfältige Berechnungen aufnehmen lassen, aus welchen sich ergeben habe,
dass der ganze Transit auf dem See mit Inbegriff seiner sämtlichen Gestade nicht hinreichen würde, um die Existenz eines Dampfschiffes auf demselben zu sichern".
Dampfschiff vor Flüelen
Fünf Jahre später läuft das erste Dampfschiff in Flüelen ein [4196]
Soviel zu den Prognosen professioneller Analysten.
1834 Heinrich Zschokke berichtet:
Erst gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts ward die Rigi, durch erhabene Pracht einer unermesslichen Aussicht, die sie gewähret, berühmter; und bald auch von Freunden der landschaftlichen Naturschönheiten, oder von neugierigen Reisenden, Naturforschern, und von Kranken besucht, denen die Ärzte Alpenluft oder Molkenkuren verordnet hatten... Seitdem sieht man droben in den Sommermonden das Stelldichein von Reiselustigen aus der grösseren Hälfte unsers Welttheils, welche Zerstreuung, oder Gesundheit, oder Belehrung, oder das Schauspiel ausserordentlicher Naturwunder suchen.
An schönen Tagen werden von Karavanen der Auf- und Niedersteigenden die Hauptwege des Berges belebt. Die sonst einsamen Alpen gleichen dann einem weiten Lustgarten in der Nähe irgendeiner grossen Hauptstadt.
Gruppen der Spaziergänger, männlichen und weiblichen Geschlechts, mit Sorgfalt und Auswahl gekleidet, zeigen sich in allen Richtungen; hier im Grase gelagert, dort einen Berg erklimmend, hier auf einer Felswand versammelt, mit bewaffneten oder unbewaffneten Augen die Fernen zu mustern; dort Abschiednehmende; dort Ankömmlinge in seltsamer Reisetracht, von Führern und von Trägern ihres Gepäcks begleitet.
Dampfschiff Stadt Luzern
1837 Das erste Dampfschff auf dem Vierwaldstättersee, die "Stadt Luzern", 32m lang mit 40 PS
Gasthaus zum Dampfschiff
1838 Das "Gasthaus zum Dampfschiff", später "Du Lac" war eine der ersten Herbergen in Weggis
1839 Victor Hugo besucht die Rigi:
Ich legte mich auf dem Bauch an den Rand einer Felskante und ich schob den Kopf vor, um mit dem Blick im Abgrund zu wühlen.
Diese Berge sind tatsächlich Wellen, aber Riesenwellen.
Sie haben alle Formen des Meeres, es gibt grüne und dunkle Wogen in Gestalt von Tannen bedeckten Kuppen, blonde und steinige Brecher aus Hängen von durch Flechten vergoldetem Granit und auf den höchsten Auftürmungen zerreisst der Schnee und fällt zersplittert in die schwarzen Schluchten, wie es die Gischt tut. Man glaubt, einen ungeheuren Ozean mitten in einem Sturm erstarrt zu sehen.
Rigi Kulm
1840 Kulm
Weggis
1840 Weggis
Weggis
Etwa zeitgleich entstand auch diese Zeichnung von Weggis
Rigi Kulmhotel
1848 Eröffnung des neuen Kulm-Hotels
Rigirama
800     1600     1850     1900     1930     Literatur