dill
neil
Prognosen sind schwierig,
besonders wenn sie die Zukunft betreffen.

Das dachte auch der Hering, als er noch im Meerwasser schwamm.
1988 erschien dieses Buch von Neil Postman.
Nicht ganz neu, aber erschreckend aktuell.
Prognosen bleiben schwierig.
Im Juli 2016 erschien der Masterplan zur nachhaltigen Positionierung des Erlebnisraumes Rigi".

Dieser Bericht ist höchst lesenswert als Beispiel für die extensive Verwendung
zeitnaher und objektneutraler Erkenntnisse. Er erfüllt alle Anforderung an Nachhaltigkeit,
da er in hohem Masse auch für andere Destinationen wiederverwendbar ist.

Hier ein kleiner, subjektiv gewählter Auszug:
Der landschaftliche Kontext ist differenzierend
und sollte mittels der vorhandenen Konzepte
kultiviert werden.

Mit dem Selbstverständnis "Erlebnisraum Rigi"
lassen sich entlang der Touchpoints der Gäste
eine Vielzahl von Aktivierungen im täglichen
Betrieb platzieren.

Das Risiko erhöht sich aufgrund der gebildeten
Cluster im Incoming-Bereich. Durch eine aktive
Bewirtschaftung und eine frühzeitige Einbindung
der Vertriebspartner können diese Risiken ebenso
minimiert werden wie die Gefahr der Substitution
durch einen regionalen Mitbewerber.

Mit einzigartigen, kuratierten Erlebnissen
begeistern wir unsere Gäste und sind in der
Lage, ihre Bedürfnisse abzuholen.

Besonderes Augenmerk verdient die
Orientierung des Outcomes an die
Sounding- und Entwicklungspartner.

Gezielte "Gipfel-Programmgestaltung"
für das historische Erbe der Rigi.
Staffel wird zum Hospitality- und Shopping-Hub.

Realisierung eines Augmented-Reality-Natur-
und Bahnerlebnispfads ergänzt durch reale Informationsträger.

Einbinden der innovativen Gastronomen
im Perimeter zur Schaffung von Vielfalt und
Vertrauen.

Reaktivierung Chänzeli als gastronomisches
Aussichtserlebnis mit Wellness- oder Wellbeing-
Bezug (z.B. Panorama-Hot-Tub).

Start des Co-Kreationsprozesses für die
Erlebnisentwicklung Abenteuerpark Rigi.

Auf- und Ausbau der Abenteuerangebote:
Outdoor-Übernachtungen, Kochen, Führungen
und Exkursionen mit Förster oder Wildhüter,
Besuch beim Bauern mit Alp-Olympiade,
Kill and Grill.

Urmiberg als Rückzugsraum für lokale
Alpinsport-Insider.
Sehr interessant finde ich das Biotop für Einheimische, den Rückzugsraum, der mit den Rigi-Bahnen
nicht erreichbar ist und daher keine Wertschöpfung bringt.

Es erstaunt wohl kaum, dass dieser "Masterplan" heftige Reaktionen hervorgerufen hat.
Zahlreiche Medienberichte, Leserbriefe und eine Petition mit über 3'000 Unterschriften
führten dazu, dass sich die interessierten Parteien an einem Runden-Tisch zusammenfanden,
um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Im November 2018 wurde vom Runden-Tisch die Arbeit an der Charta Rigi 2030 abgeschlossen.
Sie zeigt den kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den sich die unterschiedlichen Interessengruppen
einigen konnten:

Wir engagieren uns für den Schutz des ökologischen und kulturellen Erbes,
die moderate wirtschaftliche Entwicklung und eine hohe Lebensqualität der Bevölkerung der Rigi.
Wir verpflichten uns für eine nachhaltige Entwicklung, die auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft
Rücksicht nimmt.


Die "Grundsätze zur nachhaltigen Entwickung" enthalten allgemeingültige Absichtserklärungen
ohne konkrete Vorgaben, die erst noch zu erarbeiten sind.   Abschliessend wird festgestellt:

Die Charta Rigi stellt eine Selbstverpflichtung der Unterzeichneten dar.
Ihr kommt keine eigene Rechtsverbindlichkeit im Sinne eines durchsetzbaren Gesetzes zu.
Noch vor der Unterzeichnung der Charta
beschliesst die Rigi-Bahnen AG, die bestehende
Pendelbahn von Weggis nach Kaltbad durch eine
1-Seil-Gondelbahn zu ersetzen, um die Kapazität
von 640 auf 800 Personen pro Stunde zu erhöhen.

Erwartungsgemäss stösst diese Variante auf den
Widerstand des Landschaftsschutzverbandes
Vierwaldstättersee, da wegen der bodennahen
Linienführung Waldrodungen in einem Gebiet
notwendig wären, das zum Bundesinventar der
Landschaften und Naturdenkmäler gehört.
Für die Benutzer einer Gondelbahn liegt der Vorteil vor allem im psychologischen Bereich:
er und sie müssen nicht mehr in einer Warteschlange stehen, sondern bewegen sich,
wenn auch langsam, dem Einsteigeort entgegen.

"Da läuft eben immer etwas", allerdings auch die vielen Seilrollen entlang der ganzen Strecke
und ganz besonders in der Berg- und Talstation, wo die Gondeln abgebremst, umgeleitet und
wieder beschleunigt werden.

Während heute alle 30, höchstens alle 15 Minuten, eine Kabine fast geräuschlos in die Station fährt,
gibt es nun einen konstanten Lärmpegel während der ganzen Betriebszeit. Dazu kommt der wesentlich
grössere Platzbedarf der beiden Endstationen sowie der höhere Aufwand an Energie und Unterhalt
gegenüber einer Pendelbahn.

Nach einer ersten Verlängerung läuft die Konzession für die bestehende Bahn am 30.Sept.2022 ab.
Anfang Februar 2020 wurde nun auch das Gutachten der Eidgenössischen Natur- und
Heimatschutzkommision (ENHK) zum Ersatz der Pendelbahn veröffentlicht.

Die ENHK sieht beim gegenwärtigen Planungsstand keine schwere zusätzliche Beeinträchtigung
im Bereich des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN), fordert für eine
abschliessende Begutachtung aber eine Reihe von weiteren Nachweisen.

Die Luzerner Zeitung schreibt dazu:
Dieses Gutachten kommt bei den Umweltorganisationen schlecht an. Nach Ansicht der Organisationen
reichen die vorliegenden Unterlagen für eine Einzonung in keiner Weise aus
.
rigibahn hut
Es ist zu begrüssen, dass aus Anlass der Gesamterneuerung
der Seilbahn auch alternative Lösungen untersucht werden.

Und es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn schlussendlich
am bestehenden Konzept festgehalten wird.

Da liegt kostenmässig auch noch eine Weggiser Begleitperson drin.
Rigirama erinnert sich
an den Rigi-Fritz
Rigibahn
Bei der Erneuerung des Rollmaterials sind nur geringe Eingriffe in die bestehende Infrastruktur notwendig.
Die Konzession für beide Zahradbahnen wurde verlängert bis zum Jahr 2045.
Rigirama
Weggis       die Rigi       der See       Prognosen